Geschäftsreisen 2023: 78 Prozent der deutschen Business Traveller mindestens einmal von Unregelmäßigkeiten betroffen 

Geschäftsreisen 2023: 78 Prozent der deutschen Business Traveller mindestens einmal von Unregelmäßigkeiten betroffen 

·      Anzahl verpasster Anschlüsse in Deutschland spürbar höher als in vergleichbaren Märkten

·       Pünktlichkeits-Statistik eher unrühmlich – nur 2 von 5 Flügen pünktlich

·       Geschäftsreisende ziehen Schlüsse und passen ihr Reiseverhalten an

Berlin 16. November 2023 – Business Traveller brauchten 2023 vielfach starke Nerven: Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie durch die Geschäftsreise Management-Plattform TravelPerk. Das Unternehmen hat rund 4.000 Teilnehmende in Deutschland, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den USA nach ihren Erfahrungen mit Flug- und Bahn-Unregelmäßigen bei Business-Trips in diesem Jahr befragt. Zudem wertete das Unternehmen Pünktlichkeits- und Annullierungsquoten von mehr als 16 Millionen weltweiten Airline-Routen zwischen dem 1. März sowie dem 30. September dieses Jahres aus. 

Anschluss weg? Offensichtlich ein überaus deutsches Phänomen:

Unter den insgesamt 1.000 befragten Reisenden aus Deutschland gaben etwa 78 Prozent an, in diesem Jahr schon eine oder mehrere Unregelmäßigkeiten auf Business Trips erlebt zu haben. Besonders schlugen dabei Verspätungen mit einer Stunde oder mehr zu Buche (42 Prozent). 28 Prozent beschwerten sich zudem über verpasste Anschlüsse. Im Vergleich mit den USA, Spanien und dem Vereinigten Königreich scheinen diese in Deutschland deutlich häufiger vorzukommen. Weitere Nennungen waren zu jeweils 19 Prozent die Folgen von Unwettern sowie Streichungen. Letztere lagen damit deutlich niedriger als im Vereinigten Königreich, wo die Quote 30 Prozent betrug. Auch Streiks beeinflussten britische Geschäftsreisende mehr mit 28 Prozent gegenüber nur 21 Prozent in Deutschland.

Flüge ab Deutschland auffällig unpünktlich unterwegs:

Die parallele Auswertung von Flugdaten und ihren Pünktlichkeits- und Durchführungswerten förderte ebenfalls interessante Ergebnisse zu Tage: Von mehr als 220 untersuchten Ländern und Regionen landet Deutschland in Bezug auf das Gesamtvolumen gestrichener Flüge auf dem recht unrühmlichen Platz 7. Rang 1 belegten die USA. Auffällig ist allerdings vor allem die prozentuale Quote von Annullierungen in Deutschland. Sie beträgt im Durchschnitt 3 Prozent. Zum Vergleich: Auf dem indischen Subkontinent liegt diese „nur“ bei 1,8 Prozent. Frankreich und die USA weisen dagegen ähnliche Cancellation-Werte wie Deutschland auf. Recht schlecht schneidet Deutschland auch bei der Pünktlichkeit ab: Nur gut 43 Prozent der Flüge hoben im untersuchten Zeitraum „on time“ ab. Mit rund jeweils rund 70 Prozent stehen die USA und Indien zum Beispiel um einiges besser da. 

Business Traveller ziehen ihre Konsequenzen:

Die Unregelmäßigkeiten haben unumstritten einen starken Einfluss auf das Reise- und Buchungsverhalten von deutschen Business Travellern. Stolze 94 Prozent gaben an, dies persönlich entsprechend anzupassen. Zu jeweils 37 Prozent sagten Befragte aus, insgesamt mehr zeitlichen Puffer einzuplanen, flexiblere Optionen zu buchen oder häufiger Updates zu ihrem Reiseverlauf zu checken. Immerhin 31 Prozent prüfen alternative Reiseformen – 27 Prozent erwägen häufiger mal, eine Vorübernachtung zu buchen und einen Trip daher schon mal vorsorglich zu verlängern.

„Weltweit gab es in dem von uns untersuchten Zeitraum jeden Tag stolze 2.100 Flugstornierungen“, weiß TravelPerk-DACH-Chef Eugen Triebelhorn. „Und auch wenn unsere Auswertung zeigt, dass Geschäftsreisende dieses Jahr praktisch überall starke Nerven brauchten, gibt es je nach Markt interessante Unterschiede. In Deutschland stach für uns insbesondere das häufige Auftreten von verpassten Anschlussflügen und -zügen heraus. Und auch die Pünktlichkeitsstatistik der Flüge ist hierzulande nicht gerade rühmlich. Spannend für uns zu sehen war zudem, wie sich das Verhalten der Reisenden aufgrund von Unregelmäßigkeiten verändert – recht eindrucksvoll zu sehen ist dies an der einen oder anderen Vorübernachtung im Vorfeld von wichtigen Auswärtsterminen.“

Driftige Gründe für verändertes Buchungsverhalten:

Für Triebelhorn sei es vor dem Hintergrund der Unregelmäßigkeiten keineswegs überraschend, dass Reisende wie beschrieben bereits ihr Verhalten ändern. Dass sie damit richtig liegen, kann das Unternehmen mit Blick auf seine Erfahrungsdaten bestätigen:

·   So beobachtet das Unternehmen kontinuierlich mehr Buchungen seines FlexiPerk-Produkts, das Kunden die Möglichkeit gibt, bis zu 2 Stunden vor Abflug zu stornieren und 80 Prozent des gezahlten Betrags zurückzuerhalten.

·   Im Jahr 2023 verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg von 35 Prozent bei den Unternehmen, die sich für flexible Optionen entscheiden. Im Schnitt stornieren 10 Prozent der Reisenden – häufig aufgrund von Planänderungen. Rund die Hälfte davon ist derzeit nicht durch flexible Storno-Option gedeckt und Geld ist buchstäblich verschenkt.

·   Genauer gesagt bedeutet das, dass die Unternehmen bei einem durchschnittlichen Buchungswert von 570 Euro pro Flugreise rund 450 Euro verlieren.

·   Wer mindestens 14 Tage vor Abflug bucht, spart im Schnitt 25 Prozent gegenüber einer kurzfristigen Buchung.

·   TravelPerk-Kunden, die unfreiwillig durch Stornieren betroffen sind, schwenken nebenbei bemerkt zu 88 Prozent auf eine andere Airline um. Loyalität spielt also eine eher untergeordnete Rolle.

Methodik:

Im Auftrag von TravelPerk führte OnePoll vom 27. Oktober bis 7. November 2023 eine Online-Umfrage unter 4.000 berufstätigen Erwachsenen aus dem Vereinigten Königriech, den USA, Deutschland und Spanien durch, die beruflich reisen. Die Befragten stammten aus Bereichen wie Buchhaltung, Banken und Finanzen, Einzelhandel und Gesundheitswesen. Die Rangliste der Flugannullierungen 2023 nach Ländern basiert auf globalen Luftfahrtdaten, die Abflüge zwischen dem 1. März 2023 und dem 30. September 2023 mit mehr als 16 Millionen Flügen und 1.600 Fluggesellschaften analysierten.